Knochenleim — Häufig gestellte Fragen

    Antworten auf Einkäuferfragen zu Knochenleim, darunter: Warum wird Tierleim noch verwendet, obwohl moderne Klebstoffe fester sind?

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    Warum wird Tierleim noch verwendet, obwohl moderne Klebstoffe fester sind?

    Weil die Anforderung Reversibilität lautet, nicht Festigkeit. Moderne Synthesekleber erzeugen Verbindungen, die fester sind als das umgebende Holz, sodass das Öffnen einer Fuge das Material zerstört. Eine Tierleimfuge lässt sich mit Wärme und Feuchtigkeit erweichen, sauber trennen, abwaschen und erneut verleimen. Genau das benötigen Möbelrestaurierung und Instrumentenbau-Reparatur.
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    Worin unterscheidet sich Knochenleim von Gelatine?

    Im Hydrolysegrad und damit in der Qualitätsstufe. Beide stammen aus Kollagen, doch Knochenleim ist weiter hydrolysiert, was zu geringerem Molekulargewicht, geringerer Gelfestigkeit und einer dunkleren bernstein- bis braunfarbenen Färbung führt. Gelatine wird in Lebensmittel- und Pharmaqualität hergestellt; Knochenleim ist ein technisches Produkt, bei dem Farbe und Geruch weit weniger ins Gewicht fallen.
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    Warum wird Tierleim in Schleifscheiben eingesetzt?

    Weil die kontrollierte Sprödigkeit den ordnungsgemäßen Betrieb der Scheibe ermöglicht. Eine Schleifscheibe muss abgestumpftes Korn freigeben, damit frisches, scharfes Korn freiliegt; das setzt voraus, dass die Bindung unter Last mit kontrollierter Rate abbaut. Eine Bindung, die nie freigäbe, würde verglasen und nicht mehr schneiden.
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    Wie wird Knochenleim für den Einsatz vorbereitet?

    Durch Einweichen in kaltem Wasser, bis die Granulate gequollen sind, und anschließendes Erwärmen im Wasserbad auf etwa 60 Grad Celsius zum Auflösen. Er darf nicht gekocht werden, da übermäßige Hitze das Protein abbaut und die Verbindung schwächt; während der Verarbeitung ist er warm zu halten, da er beim Abkühlen geliert. Zudem ist er nach dem Ansetzen anfällig für mikrobiellen Verderb.

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